Zentrum für Hormonkosmetik

Auch die Haut besitzt Stammzellen [1.8]

Haut mit Wassertropfen

Ähnlich wie das Knochenmark, die Leber, die Bauch­speicheldrüse, aber auch das Gehirn, besitzt die Haut Regenerationszellen, Stammzellen, aus denen sie sich und die Haare ununterbrochen erneuert. Eigentlich ist dieser Prozess seit langem bekannt: Die obersten Haut­zellen sterben ab, sie bilden dadurch die Hornhaut, werden aber ununterbrochen erneuert, Tag für Tag wachsen aus unteren Regionen neue Hautzellen nach. Diese Kraft nimmt unser größtes Organ von Millionen Stamm­zellnestern, die sich über unserem Körper verteilen und fast stündlich neue Zellen aussprossen lassen – zum Ersatz gealterter Hautstrukturen. Vor einigen Jahren hat man diese Stammzellnester auch geografisch entdeckt: Sie liegen in Nischen verborgen und halten sich an die kleinen Härchen, die sich überall an unserem Körper befinden, diese sind förmlich das Leitorgan für Hautstammzellen, denn unmittelbar neben ihnen finden sich kleine Behälter, in denen ein Leben lang die Hautstammzellen ruhen. Der Ort lässt sich aber noch besser definieren: Jedes Härchen ist von einem Muskel versorgt, der mitunter, vor allem in Stresssituationen, die Haare förmlich aufstellen lassen. Das Sprichwort „mir stehen die Haare zu Berge“ ist demnach anatomi­sch richtig. Und genau dort, wo der kleine Muskel das kleine Härchen trifft, ist das Stammzelldepot für die Haut verborgen.

Ähnliches gilt übrigens für die Augen­linsen, welche genauso wie die Haut durch Stammzellen erneuert werden kann.
Natürlich ist der Stammzelle-Evolutionsmechanismus, in den auch Geschlechts­hormone eingreifen, komplex und vielfach abgesichert, um die Regeneration der Haut geordnet ablaufen zu lassen, ohne Tumorentstehung auf der einen, aber auch in ausreichender Weise auf der anderen Seite. Dafür haben sich zwei Regulationsstoffe des menschlichen Körpers profiliert, welche in der Onkologie einen berühmten Namen haben: Das P53-Molekül und sein Verwandter das P63-Protein. Letzteres regt die Stamm­zellen an sich zu teilen, ohne fertige Hautzellen zu werden. Damit bleibt das „Reservoir“ unserer Stamm­zellen gleich und in der Lage, immer wieder neue Progenitorzellen für die Hautverjüngung reifen zu lassen. Wird einer dieser Stammzellen jedoch der Befehl vermittelt, in den Hautverjüngungsprozess einzugreifen und direkt eine fertige Hautzelle zu werden, dann tritt das bis dato stumme P53-Molekül auf den Plan. Die Zelle aktiviert es und stellt auf der anderen Seite das P63-Protein ruhig, damit wird aus einer Stammzelle eine Hautzelle.    ●

 

 

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Jana Nachbagauer
Katharina Neubacher