Zentrum für Hormonkosmetik

Yin-Yang in der Haut [1.13]

Haut mit Wassertropfen

Kollagen ist die Grundsubstanz vieler unserer Organe, in der Haut spielt es eine besondere Rolle. Eierstocks­hormone, das Progesteron und das Östrogen, sind um ihre Synthese bemüht. In einem Yin-Yang-ähnlichen Verfahren überprüfen sie den Aufbau des Kollagens und gleichzeitig auch den Abbau.
Unter der Haut schlafen biochemische Scheren, die Matrixmetalloprotenase, auf Befehl beginnen sie die Kollagenfibrillen abzubauen und zu zerschneiden. Ihre Aufgabe ist es, verletztes Gewebe zu entsorgen. Fällt zu viel UV auf die Haut oder zerstören die Schadstoffe des Rauchens Kollagen­fasern der Haut, so aktivieren sich diese Scheren in kürzester Zeit und beginnen – mitunter über Gebühr – das verletzte und mitunter auch das benachbarte gesunde Gewebe abzubauen, zu zerschneiden und zu verdauen. Manchmal schießen diese Enzyme über das Ziel und bauen gesundes Gewebe ab, das dann fehlt. Das Eierstockshormon Progesteron zählt zu den wirksamsten Kontrolloren dieser Enzyme, sie verhindern ihre Überaktivität und bewahren auch so im Gesicht das Kollagen vor einem zu schnellen und zu ausgedehnten Abbau. Dadurch hindert das Progesteron die Faltenbildung und bekommt einen kosmetischen Touch.

Unsere Haut beinhaltet vor allem Typ-I-Kollagen (85-90%) und im geringeren Ausmaß Typ III-Kollagen. Fibroblasten, die in der Haut vorkommen, stellen lange Eiweißketten her, welche Bausteine des Kollagens sind und deswegen auch Prokollagen heißen. Dieses Kollagen wird durch den Alterungsprozess zerstört. Es sind vor allem die biochemischen Scheren, die Matrixmetalloproteinasen, welche durch die UV-Bestrahlung aber auch durch Nikotin angerufen werden und das kollagene Stützgewebe unserer Haut schwächen. Während des Alterungsprozesses werden diese Matrixmetalloproteinasen stärker aktiv, was den in der zweiten Lebenshälfte zu beobachtenden Kollagenverlust miterklärt.

Lokal aufgetragenes DHEA kann die Prokollagensynthese erhöhen und gleichzeitig auch das Verdauen der einzelnen Kollagenfasern verhindern. Durch dieses Hormon werden die Fibroblasten angeregt vermehrt Kollagenvorstufen zu bilden, andererseits werden die Matrixmetalloproteinasen durch einen Verstärkung ihres Inhibitors, dem TIMP-1 unterdrückt. Nicht nur in der Haut fördert das DHEA die Kollagensynthese, sondern auch in den Chondrozyten wirkt es aufbauend und erhöht dort die TYP-II-Kollagensynthese und die verstärkte Wirkung der Matrixmetalloproteinasen-Inhibitoren (TIMP-1).
Befinden wir uns in der Sonne, so wird durch das UV-Licht die Kollagenase angeregt, das in der Haut befindliche Kollagen zu zerstören. Auch dieser Prozess wird durch das DHEA unterdrückt. Während der Pubertät ändert sich das Hautbild signifikant – in dieser Lebensphase wird auch das meiste DHEA in beiden Geschlechtern vom Körper gebildet. Dabei greift das DHEA aktiv in die Molekularbiologie ein. Es hemmt das c-Jun-Protein, das mit dem Transkriptionsfaktor AP-1 einen Komplex bilden, beide erhöhen die Aktivität der Kollagen produzierenden Enzyme. DHEA verhindert die vermehrte Bildung von c-Jun. Aber auch andere wichtige Kontrollproteine der Hautzelle werden durch das DHEA moduliert: So der TGF-Beta, welcher ein starker Simulator bei Kollagensynthese ist und der Connectiv-Tissue-Growth-Factor (CTGF).

Während das Progesteron vor allem die Matrixmetalloproteinasen hemmt, hat DHEA einen weiteren Effekt auf die Haut: Es verhindert nicht nur den Kollagenverlust, sondern baut gleichzeitig – selbst wenn es lokal aufgetragen wird – die Kollagenvorstufen auf, was zur Festigkeit der Haut beiträgt.    ●

 

 

Wir beraten Sie gerne kostenlos und unverbindlich (Tel. 01/505 01 33).

Jana Nachbagauer
Katharina Neubacher