Zentrum für Hormonkosmetik

Östrogen- und Progesteronmangel – Ursache für den Haarverlust [2.2]

Haare

Die Diagnose der Ursachen des Haarausfalls wird einerseits durch genaue Befragungen der Patientin, andererseits aber auch durch Hormonuntersuchungen gestellt. Wirkungen des Östrogens, aber auch des Progesterons, auf den Haarfollikel sind ähnlich wie auf die Haut. Vor allem über den Insulin-like growth-factor greifen beide Hormone in den Haarzyklus ein und stimulieren das Nachwachsen der Haare. Gleichzeitig hemmen beide Hormone entzündungsähnliche Reaktionen, die mitunter auch bei Stresssituationen die Haare belasten. Interleukin 6, das den Knochenabbau fördert, scheint sich ebenfalls ungünstig auf das Haarwachstum auszuwirken; Progesteron und Östrogen können es unterdrücken.

Progesteron und Östrogene sind die Haupthormone der Schwangerschaft, deswegen sind in diesen Monaten die Haare von besonderer Qualität, der Haarzyklus wird lange auf Hochtouren gehalten, die Anaphase verlängert.
Unmittelbar nach der Geburt sinken die Hormone jedoch ab, die in Hochform gehaltenen Haare treten fast gemeinsam in die „Telophase“ (Endphase) ein; ein verstärktes Ausfallen der Haare unmittelbar nach der Geburt ist die Folge. Verschlechtert kann das möglicherweise durch das Prolaktin werden, welches nach der Geburt anzusteigen beginnt.

Manche Frauen berichten auch über einen Haarausfall während der Pille.
Die Pille stellt den Eierstock ruhig – das ist ihr Wirkmechanismus - deswegen hat sie einen kontrazeptiven (=empfängnisverhütenden) Effekt. Gleichzeitig unterdrückt sie auch die Hormonproduktion der Eierstöcke. Natürlich führt man durch die Pille künstliche Östrogene zu, wodurch man oft den inneren Hormonmangel nicht merkt. Bei manchen Frauen bewirkt dies sogar eine Verbesserung der Haarsituation. Allerdings gibt es auch Frauen, die konträr reagieren, ihnen fehlen die eigenen, endogenen Hormone; die künstlichen der Pille schaffen es nicht, sie voll zu ersetzen.
Manchmal kommt es unter der Pille auch zu einer Verarmung an Folsäure und an Cobalamin, dem Vitamin B12; beide Substanzen sind für den Haarzyklus wichtig, sich um sie zu kümmern ist bei Haarausfall-Patientinnen sinnvoll.
Den östrogenmangelbedingten Haarausfall findet man nicht nur nach der Geburt und manchmal unter der Pille, sondern bisweilen auch in der Menopause; verringern die Eierstöcke ihre Hormonproduktion während der Wechseljahre, werden Progesteron und das Östrogen defizitär; dies muss nicht, kann aber Haarprobleme hervorrufen. Die Diagnose erfolgt auch hier über das Gespräch: Berichten Patientinnen, dass mit dem Ausbleiben der Regel, zu Beginn der Menopause, gleichzeitig auch der Haarausfall einsetzte, so scheint tatsächlich zwischen Klimakterium und Haarverlust ein Zusammenhang zu bestehen. Dieser beruht meist auf dem Progesteron- und Östrogenmangel.

Die Diagnose des Östrogenmangel-Haarausfalls erfolgt einerseits durch das Gespräch, andererseits durch eine Hormonuntersuchung, vor allem aber durch die Inspektion. Werden die Haare dünn und fallen sie diffus aus, also am ganzen Kopfbereich, so kann das ein Hinweis für den Östrogenmangel als Ursache sein.

Die Therapie richtet sich nach dem Mangel: Fehlen tatsächlich beide Hormone, so können sie zugeführt werden, wobei das nicht unbedingt in Form von Tabletten sein muss; der Kopfbereich resorbiert das Östrogen und das Progesteron ohne Probleme. Man kann es direkt auftragen, allerdings muss auch das unter ärztlicher Kontrolle erfolgen.
Das Postpartale Effluvium, der Haarausfall im Wochenbett, korrigiert sich meist selbst, so dass einen Behandlung nur dann notwendig ist, wenn sich nach Wochen das Problem nicht von selbst löst, sondern sich zunehmend verschlechtert. Nach der Geburt muss man in besonderer Weise auf den Eisenspiegel achten, der niedrig sein kann.    ●

 

 

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Jana Nachbagauer
Katharina Neubacher