Zentrum für Hormonkosmetik

Wer es im Muskel hat – hat es auch im Kopf [4.3]

Bindegewebe

Zwei Arten von Muskelfasern gibt es beim Menschen: Typ 1 ist weniger kräftig, aber ausdauernd; Typ 2 ist kräftig, aber rasch ermüdend. Wie groß der Anteil an Muskeln ist, bestimmen Training, Erbanlagen, aber auch unsere Hormone. Durch Training verdicken sich die einzelnen Fasern, da die Anzahl der Myofibrillen ansteigt. Der Muskel rekrutiert dafür eigene Stammzellen, die ihn versorgen und beim Training das Nachwachsen der Muskulatur ermöglichen.
Bewegung und Kraft erzeugen beide Eiweißmoleküle, aus denen der Muskel besteht: aus Aktin und Myosin. Die Myosinköpfchen handeln sich am Aktin entlang und verkürzen so die Fasern, Kontraktionen entstehen.

Über Jahrhunderte wurde der Muskel ausschließlich als Bewegungsorgan definiert, ähnlich wie der Knochen. Beide können jedoch viel mehr und greifen in entscheidende Vorgänge des menschlichen Körpers ein. Rund 50 verschiedene Substanzen vermag der Muskel – neben seiner Arbeit – zu bilden und auszuschütten, die dem Stoffwechsel umkrempeln und ihn auf Trapp bringen. Sein Verlust im Alter reduziert demnach nicht nur den Bewegungsradius, sondern verschlechtert das Immunsystem, verringert die Kraftwerke der Zelle, die Mitochondrien, und wirkt sich ungünstig auf den Stoffwechsel aus. Ab dem 30. Lebensjahr nehmen Erwachsene alle 10 Jahre im Schnitt 3 kg Muskelmasse ab, dies kann man dokumentieren und durch Dexamessungen im Rahmen des Trainings begleiten.

Bei Bewegung ist der Muskel in der Lage, blutdrucksenkende Mediatoren freizusetzen, die den Tonus der Blutgefäße wieder normalisieren, deshalb empfehlen Sportmediziner sogar bei Bluthochdruck den Muskelaufbau. Früher wäre dies ein Behandlungsfehler gewesen, heute hingegen beweisen neuere Studien, dass bei leicht erhöhtem Blutdruck 6 – 12 Wochen Training ebenso gut wirken wie Medikamente. Im Muskel entstehen neue Gefäße, alte weiten sich aus, das Blut fließt besser.
Auch Interleukine, Immunproteine, können im Muskel hergestellt werden. Damit greift dieses Organ in die allgemeine Immunsituation ein und verstärkt die Immunkraft. Auf die Denkfähigkeit scheint die Muskulatur ebenfalls zu wirken, sie schüttet einen Eiweißstoff aus, den „brain-derived-nerve-growth-factor“ (BDNF), der die Nervenzellen zum Wachstum anregt und die Gehirnleistung verbessert. Schon 3mal/Woche 15 Minuten Bewegung reduzieren das Alzheimer-Risiko um 30% - 40%, wie Forscher aus Seattle an 1.740 älteren Menschen dokumentierten. Viel Muskel, wenig Hirn, das war früher. Heute gilt: Wer es in den Beinen hat, hat es auch im Kopf. Molekularbiologen gehen davon aus, dass Muskelsignale sogar die Stimmung dauerhaft beeinflussen. Mit Krafttraining fühlt man sich auch noch eine Woche danach gut, und dass aus biochemischen Gründen.
Vor allem für den weiblichen Körper ist die Proportion zwischen Muskel und Fett wichtig. Life stile, exercise und Hormonkorrekturen können diese Proportion unterstützen.    ●

 

 

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Jana Nachbagauer
Katharina Neubacher